Medikation hinterfragen – strukturiert, nachvollziehbar, regelbasiert.
Patienten nehmen Medikamente häufig länger ein als ursprünglich vorgesehen oder für Indikationen, für die sie nicht primär gedacht sind. MEDILESS unterstützt Sie dabei, die bestehende Medikation Ihrer Patienten systematisch aufzubereiten und mögliche Reduktionsoptionen sowie Verlaufsmodelle nachvollziehbar darzustellen.
Keine Therapieempfehlung. Keine Blackbox. Sondern eine transparente, regelbasierte Entscheidungsgrundlage für Ihre ärztliche Beurteilung.
MEDILESS – Ärztebericht
Warum Medikation regelmäßig hinterfragt werden sollte
Im Praxisalltag zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Ein Medikament wird für eine akute Situation verordnet – und bleibt Teil der Dauermedikation. Protonenpumpenhemmer, die leitliniengerecht nur kurzfristig vorgesehen sind, werden über Jahre eingenommen. Antidepressiva, ursprünglich off-label als Schlafhilfe verordnet, bleiben dauerhaft bestehen. Schlafmittel, Analgetika, Muskelrelaxantien – viele Präparate werden länger eingenommen, als ursprünglich beabsichtigt.
Die Frage, ob ein Medikament weiterhin erforderlich ist, stellt sich regelmäßig. Die strukturierte Aufarbeitung dieser Frage ist im Praxisalltag jedoch zeitintensiv.
MEDILESS unterstützt Sie bei dieser Aufgabe. Für bis zu fünf Medikamente erstellt das System eine strukturierte Analyse mit Hinweisen auf potenzielle Reduktionsoptionen – ergänzt durch automatisierte Plausibilitätsprüfungen.
Automatische Plausibilitätsprüfungen
MEDILESS prüft die Plausibilität der angegebenen Medikation anhand definierter Regeln und pharmakologischer Referenzdaten.
Off-Label-Erkennung
Patienten geben an, welches Medikament sie einnehmen und aus welchem Grund es verordnet wurde. MEDILESS gleicht diese Angaben mit der primären Indikation des jeweiligen Wirkstoffs ab. Weicht der angegebene Verordnungsgrund davon ab – etwa bei der Nutzung eines Antidepressivums als Schlafmittel oder eines Antiepileptikums zur Schmerzbehandlung – wird dies im Ärztebericht als potenzielle Off-Label-Anwendung ausgewiesen. Diese Kennzeichnung ersetzt keine ärztliche Bewertung, ermöglicht jedoch eine rasche Übersicht über mögliche Auffälligkeiten.
Einnahmedauer-Check
MEDILESS vergleicht die vom Patienten angegebene Einnahmedauer mit empfohlenen zeitlichen Rahmen je Wirkstoffklasse. Wird ein Medikament deutlich länger eingenommen als üblicherweise vorgesehen, erscheint ein entsprechender Hinweis im Bericht.
Diese Prüfungen dienen als strukturierte Gesprächsgrundlage und unterstützen die ärztliche Beurteilung.
Datenerhebung – strukturiert und patientenbasiert
MEDILESS erhebt die relevanten Informationen über einen geführten Patientenfragebogen. Grundlage sind ausschließlich Selbstauskünfte der Patienten.
Medikationsdaten (bis zu 5 Medikamente)
- – Wirkstoff bzw. Handelsname
- – Aktuelle Dosierung (mg) und Einnahmefrequenz
- – Einnahmedauer (seit wann)
- – Einnahmezeitpunkt
- – Vom Patienten angegebener Verordnungsgrund
Patientenprofil
- – Alter, Geschlecht, Körpergewicht
- – Bekannte Unverträglichkeiten
- – Subjektive Symptombelastung (z. B. Schlaf, Schmerz, Stimmung, Verdauung)
- – Frühere Dosisänderungen oder Absetzversuche
Zusätzliche Angaben
- – Selbstmedikation (OTC-Präparate, Nahrungsergänzungsmittel)
- – Bisherige Erfahrungen mit Cannabinoiden
Es werden keine Laborwerte, Bildgebungen oder klinischen Befunde erhoben.
Der MEDILESS-Algorithmus – transparent und reproduzierbar
MEDILESS arbeitet deterministisch und regelbasiert. Identische Eingaben führen stets zu identischen Ergebnissen.
Schritt 1 – Medikamentenklassifikation
Jedes erfasste Medikament wird anhand einer Wirkstoffdatenbank mit über 340 Wirkstoffen in 56 Kategorien klassifiziert. Hinterlegt sind unter anderem: Halbwertszeit, Metabolisierungspfad (CYP450), bekannte Absetzproblematiken, empfohlene Einnahmedauer und primäre Indikation.
Schritt 2 – Plausibilitätsprüfung
Die angegebene Indikation und Einnahmedauer werden automatisch überprüft. Abweichungen werden im Bericht ausgewiesen.
Schritt 3 – Kontraindikationsprüfung
Wirkstoffklassen, bei denen eine Reduktion grundsätzlich nicht vorgesehen ist (z. B. Antikoagulantien, Immunsuppressiva), werden als nicht reduktionsgeeignet markiert und begründet.
Schritt 4 – Modellhafte Reduktionsoptionen
Für geeignete Medikamente berechnet MEDILESS modellhafte Reduktionsverläufe. Berücksichtigt werden pharmakologische Eigenschaften, Einnahmedauer und bekannte Absetzrisiken. Die angegebenen Schrittweiten stellen Orientierungswerte dar (z. B. bei SSRI maximal 10 % Reduktion pro Woche) und ersetzen keine individuelle ärztliche Festlegung. Zwischen jedem Reduktionsschritt sind obligatorische Stabilisierungsphasen vorgesehen.
Schritt 5 – Begleitende ECS-Berücksichtigung
MEDILESS berücksichtigt das Endocannabinoid-System als regulatorischen Faktor im Reduktionsprozess. Der Algorithmus berechnet eine begleitende Cannabinoid-Dosierung (0,5–1,0 mg/kg Körpergewicht), die auf ein definiertes Cannabinoid-Profil abgestimmt ist. Dabei werden CYP450-Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Cannabinoiden geprüft und in die Planung einbezogen. Die klinische Bewertung obliegt dem behandelnden Arzt.
Schritt 6 – Entscheidungspunkte
Der Plan enthält definierte Zeitpunkte für eine ärztliche Neubewertung, insbesondere nach Reduktionsschritten oder bei veränderter Symptombelastung.
Das Endocannabinoid-System im Kontext der Medikationsreduktion
Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes Signalsystem, das über CB1- und CB2-Rezeptoren an der Regulation zentraler physiologischer Prozesse beteiligt ist: Schlaf-Wach-Rhythmus, Schmerzverarbeitung, Stressreaktion, Entzündungsmodulation und neuronale Plastizität.
Obwohl das ECS seit den 1990er-Jahren wissenschaftlich beschrieben ist, spielt es in der klinischen Praxis bislang eine untergeordnete Rolle. Publizierte Daten deuten darauf hin, dass eine langfristige Medikation – insbesondere mit Psychopharmaka, Analgetika und Protonenpumpenhemmern – die endocannabinoide Signalgebung beeinflussen kann. Ein aus dem Gleichgewicht geratenes ECS kann dazu beitragen, dass Absetzversuche häufiger mit Rebound-Symptomen einhergehen.
MEDILESS berücksichtigt diesen Zusammenhang: Durch die begleitende Supplementierung mit einem definierten Phytocannabinoid-Profil – das über reines CBD hinausgeht und den Entourage-Effekt mehrerer Cannabinoide nutzt – kann eine stabilere regulatorische Ausgangslage unterstützt werden. Dies ersetzt keine therapeutische Entscheidung, erweitert jedoch die Betrachtung des Reduktionsprozesses um eine physiologische Dimension.
Für eine vertiefte wissenschaftliche Darstellung des ECS und seiner klinischen Relevanz steht eine eigene Informationsseite bereit.
Kalibrierte Cannabinoid-Profile
Der MEDILESS-Algorithmus berechnet die begleitende Cannabinoid-Dosierung auf Basis eines standardisierten Produktprofils (MEDILESS Nr. 15, Nr. 1520, Nr. 25).
Der Hintergrund: CBD ist nur eines von über 100 identifizierten Cannabinoiden der Cannabispflanze. Die regulatorische Wirkung entsteht nicht durch einen einzelnen Wirkstoff, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Cannabinoide, Terpene und Flavonoide – den sogenannten Entourage-Effekt. MEDILESS-Produkte haben ein definiertes, standardisiertes Profil. Produkte mit abweichender Zusammensetzung führen zu anderen pharmakokinetischen Parametern, weshalb die Planberechnung auf dieses Profil kalibriert ist.
Die Produktangabe im Orientierungsplan ist daher integraler Bestandteil der algorithmischen Berechnung.
Der MEDILESS-Ärztebericht
Sie erhalten einen strukturierten PDF-Bericht mit:
- – Übersicht der erfassten Medikation mit allen relevanten Parametern
- – Automatischen Plausibilitätshinweisen (Off-Label-Nutzung, Einnahmedauer)
- – Kontraindikationskennzeichnungen mit Begründung
- – Modellhaften Reduktionsoptionen mit individuellen Schrittweiten und Zeitrahmen
- – Begleitender Cannabinoid-Dosierungsberechnung auf Basis des MEDILESS-Profils
- – Identifizierten CYP450-Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Cannabinoiden
- – Definierten Entscheidungspunkten für Ihre ärztliche Bewertung
Keine Blackbox. Keine verdeckten Annahmen. Jeder Rechenschritt ist nachvollziehbar dokumentiert.
Was MEDILESS nicht ist
MEDILESS stellt keine Diagnosen, gibt keine Therapieempfehlungen und ersetzt keine ärztliche Beurteilung.
Das System dient der strukturierten Aufbereitung und Einordnung patientenbezogener Angaben. Die medizinische Entscheidung – ob, wann und in welchem Umfang eine Reduktion erfolgt – liegt ausschließlich bei Ihnen als behandelnder Arzt.
Der Patient erhält einen separaten, allgemeinverständlichen Orientierungsplan, der ihn auffordert, alle Schritte mit Ihnen zu besprechen.
Einsatz im Praxisalltag
MEDILESS kann als strukturierende Gesprächsgrundlage dienen, wenn Patienten ihre bestehende Medikation hinterfragen oder Sie selbst eine systematische Überprüfung vornehmen möchten. Der Ärztebericht unterstützt eine sachliche, zeiteffiziente Besprechung und liefert Ihnen eine fundierte Aufarbeitung, die im Praxisalltag Zeit spart.
Ein Beispielbericht steht zur Ansicht bereit.